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04.11.2016, 15:41 Uhr
Weinbau in Zeiten des Klimawandels
Kordula Kovac im Gespräch mit hochrangigen Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Praxis
Die Geschichte des europäischen Weinbaus zeigt, dass große klimatische Schwankungen bereits über viele Jahrhunderte Normalität sind. Doch die derzeitigen Auswirkungen des Klimawandels stellen die Winzerinnen und Winzer vor besondere Herausforderungen, bieten aber auch Chancen.

Über die Möglichkeiten und Risiken des deutschen Weinbaus in Zeiten des Klimawandels diskutierte die Wolfacher CDU-Bundestagsabgeordnete Kordula Kovac am Donnerstagabend mit hochrangigen Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Praxis. Kovac ist es als Weinbaupolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ein Anliegen, „den deutschen Weinbau fit für das nächste Jahrtausend zu machen.“ Scheinbar traf die Abgeordnete mit diesem Anliegen einen Nerv: Ihrer Einladung ins Katholischen Gemeindezentrum Herz Jesu in Offenburg folgten mehr als 60 Interessierte – und das bei zahlreichen zeitgleichen Konkurrenzveranstaltungen.

Auch der Staatssekretär im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, Volker Schebesta, war als CDU-Kreisvorsitzender anwesend und hielt ein Grußwort.
Prof. Dr. Hans Reiner Schultz bereitete mit einem Expertenvortrag den Einstieg in das Thema. Der Präsident der Hochschule Geisenheim unterstrich, dass man den Weinbau nicht losgelöst von anderen Naturauswirkungen des Klimawandels betrachten dürfte. Letztendlich aber hätten das Klima und die Landschaft schon seit jeher die Anbauform und auch die Sorte der Weinrebe bestimmt. Mit Graphiken und Schaubildern zeigte er eindrucksvoll, was in den nächsten Jahren auf den deutschen Weinbau zukommen wird. Die geographische und zeitliche Variabilität nannte Schultz neben der Verfügbarkeit und Verwendung von Wasser und Boden als die größten Herausforderungen. Aber auch die bekannten Probleme würden in Zukunft schlimmer werden, neue Krankheiten und Schaderreger sich entwickeln. Wenn aber die Biodiversität gesteigert und die Technologie und Präzision verbessert werden, attestiert Schultz dem deutschen Weinbau trotz der Herausforderungen eine vielversprechende Zukunft.

Die anschließende Podiumsdiskussion bestärkte diese Aussage. Neben dem Präsidenten des Deutschen Weinbauverbandes, Norbert Weber, und dem Geschäftsführer der Durbacher Winzergenossenschaft, Stephan Danner, saßen mit Prof. Dr. Wilhelm Jelkmann (Julius Kühn-Institut) und Friedel Cramer (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft) auch hochrangige Vertreter der Wissenschaft und der Politik mit am Tisch.
Diese Zusammensetzung des Podiums ermöglichte eine Diskussion sowohl in der Tiefe als auch in der Breite. Aus dem Teilnehmerkreis wurden vor allem Forderungen nach höheren Forschungsmitteln laut, um die Langfristigkeit und die Innovation der Projekte zu gewährleisten. Vor allem die Wasserversorgung wurde immer wieder als Herausforderung genannt. Letztlich bestand auch Einvernehmen darin, dass man auf Dauer nicht um die gesellschaftliche Diskussion über die Erhöhung der Widerstandsfähigkeit von Kulturpflanzen auf natürlichen wie auch auf künstlichem Wege vorbeikommen wird.