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27.04.2017, 15:10 Uhr
Staatliche Hilfen bei Frostschäden
Wein- und obstbaupolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Kordula Kovac regt Österreich als Vorbild an
Frostschäden an Weinreben / Foto: N. End
Die Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Weinbau und Sonderkulturen, Kordula Kovac, hat angesichts der dramatischen Frostschäden im Wein- und Obstbau eine Vorbildnahme an Österreich angeregt. „Wenn in Österreich staatliche Entschädigungen möglich sind, warum sollte es etwas Vergleichbares nicht auch in Deutschland geben“, so Kovac.

In Österreich hat das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) im vergangenen Herbst eine Sonderrichtlinie zur Unterstützung von frostgeschädigten Betrieben erlassen. Frostbedingte Einkommensverluste im Wein- und Obstanbau sowie in Kernobstjunganlagen, Hopfenkulturen und im Erdbeeranbau können durch ein Entschädigungsmodell aufgefangen werden. Bund und Länder beteiligen sich gleichermaßen an Zahlungen.

Das österreichische Modell differenziert nach Versicherungsmöglichkeit der Anbaukulturen und nach dem Versicherungstand der jeweiligen Betriebe. Dort wie auch in Deutschland existiert für einige Anbaukulturen kein Versicherungsschutz.

Am kommenden Donnerstag trifft Kovac mit der Staatssekretärin im baden- württembergischen Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Friedlinde Gurr-Hirsch MdL, und Vertretern der baden-württembergischen Wein- und Obstbauverbände zusammen, um über Hilfsmaßnahmen für frostgeschädigte Betriebe zu beraten.

Die dramatischen Frostschäden im baden-württembergischen Wein- und Obstbau dominierten auch den CDU-Landesfachausschuss Ländliche Räume am Samstag, 22. April, in Stuttgart und die Arbeitsgruppe Ernährung und Landwirtschaft der CDU/CSU- Bundestagsfraktion am Dienstag, 25. April, in Berlin. Der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) nahm an beiden Sitzungen teil und zeigte sich ebenfalls sehr betroffen über die Sachstandsberichte aus den Regionen.

Bereits vergangene Woche schrieb Kovac Minister Peter Hauk und Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) mit der Frage nach finanziellen Hilfen bei Ernteausfall durch Frostschäden an. Auch bat sie um eine Auflistung der Forschungsprojekte zur Anpassung des baden-württembergischen Wein- und Obstbaus an schwierige Wetterverhältnisse beziehungsweise forderte die Minister auf, entsprechende Projekte in die Wege zu leiten.

„Unsere Wein- und Obstbauern brauchen verlässliche Methoden, um sich gegen Wetterkapriolen zu schützen. Dafür müssen wir in eine zukunftsweisende Forschung investieren. Nur dann können wir die Chancen, die der Klimawandel neben den Herausforderungen für den deutschen Wein- und Obstbau auch bietet, optimal nutzen“, sagte Kovac. Die zukünftige Entwicklung des Wein- und Obstbaus in Deutschland wird zunehmend vom Klimawandel beeinflusst werden. Derzeit liegen die nördlichsten Weinanbaugebiete Europas in Deutschland.

Aufgrund der warmen Witterung im März und April hatten die Frostnächte von Mittwoch auf Donnerstag und von Donnerstag auf Freitag vergangener Woche Schäden in einem solch verheerenden Ausmaß angerichtet, wie es sie seit Jahrzehnten nicht gab.