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03.05.2017, 15:07 Uhr
„Einstufung als Naturkatastrophe war notwendig“
Kovac macht sich ein Bild von den katastrophalen Frostschäden im Obst- und Weinbau in Südbaden
Kordula Kovac beim Besuch des Obsthofs Schätzle in Haslach-Schnellingen gemeinsam mit Gottfried Schätzle
Die Landesregierung Baden-Württembergs hat in der gestrigen Kabinettssitzung die Frostschäden im Obst- und Weinbau als vergleichbar einer Naturkatastrophe eingestuft. Dadurch sind die Voraussetzungen für finanzielle Hilfen seitens des Landes geschaffen.
 
Die Bundestagabgeordnete Kordula Kovac, die Südbaden im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft vertritt, begrüßt diese Entscheidung. „Die Schäden im Obst- und Weinbau sind katastrophal. Auf vielen Höfen droht ein Totalschaden. Aufgrund der bereits vorher angespannten Lage haben viele Betriebe Existenzsorgen“, so Kovac. „Auch wenn die genauen Schäden erst nach der Ernte beziffert werden können, ist jetzt schon klar, dass die Lage mehr als ernst ist.“
 
Ähnlich wie Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) hat die Abgeordnete in den letzten Tagen durch Vor-Ort-Besuche versucht, sich einen Überblick über die Schäden zu machen. Kovac ist als weinbaupolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion auch für Obst und Gemüse zuständig.
 
„Viele Winzerinnen und Winzer sind ebenso verzweifelt wie die Obstbauern“, so die Abgeordnete. „Erschwerend kommt hinzu, dass es für den Obstbau, anders als im Weinbau, keine Versicherungsoptionen gibt. Viele Betriebe sind daher unverschuldet in Not geraten. Dass die Landwirtschaftliche Rentenbank nun ihre Programme ausweitet, damit die Betriebe Liquiditätsengpässe mittelfristig überbrücken können, ist wichtig und richtig.“
 
Da die staatlichen Hilfen im Rahmen der Einstufung als Naturkatastrophe auf den tatsächlichen Ernteverlusten basieren, stehen diese finanziellen Maßnahmen voraussichtlich erst im Herbst 2017 zur Verfügung.
 
Kovac sieht in den diesjährigen Schäden auch einen Zusammenhang mit dem Klimawandel. „Frost ist nichts Neues, aber durch die Klimaerwärmung treiben viele Pflanzen früher aus. Die massive Kaltfront vom 19. bis 21. April hatte dementsprechend verheerende Folgen.“
 
In ihrer Funktion als weinbaupolitische Sprecherin hatte Kovac schon früh auf die Notwendigkeit aufmerksam gemacht, landwirtschaftliche Betriebe in Zeiten des Klimawandels besser abzusichern. „Forschung beispielsweise zu klima-resistenten Pflanzen, aber auch verbesserte Versicherungsmodelle müssen jetzt endlich mit Nachdruck diskutiert werden“, so Kovac. „Wir dürfen die Landwirte nicht mit den Folgen der klimatischen Veränderungen alleine lassen!“