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31.08.2017, 11:04 Uhr
Abgeordnete im deutsch-französischen Doppelpack
Kordula Kovac und der französische Parlamentsabgeordnete Patrick Hetzel diskutieren über die Herausforderungen des Weinbaus im Weingut Schloss Ortenberg
Matthias Wolf, Heinrich Männle, Kordula Kovac MdB und ihr Kollege aus der französischen Nationalversammlung, Patrick Hetzel (v.l.n.r.)

Die Wolfacher Bundestagsabgeordnete Kordula Kovac (CDU) setzte ihre Veranstaltungsreihe ‚Abgeordnete im Doppelpack’ fort. Erneut lud sie zu einem Mittagsgespräch ein. Unter dem Motto ‚Chancen und Herausforderungen für den Weinbau – Eine deutsch-französische Perspektive‘ hatte sie ihren Kollegen aus der französischen Nationalversammlung, Prof. Dr. Patrick Hetzel, am Dienstag, 29. August, für ein gemeinsames Gespräch gewinnen können. Im Weingut Schloss Ortenberg diskutierten sie mit Ortenauer Winzern intensiv über die Chancen und Herausforderungen, denen sich die Winzer diesseits und jenseits des Rheins zu stellen haben. Hetzels Wahlkreis liegt in Saverne im Elsass, auf der von Offenburg gesehen gegenüberliegenden Rheinseite.

Kovac dankte zunächst ihrem französischen Kollegen, den Weg über den Rhein genommen zu haben. Die Selbstverständlichkeit, mit der die Menschen aus der deutsch-französischen Grenzregion in das jeweils andere Land kämen, sei der gelebte Ausdruck der deutsch-französischen Freundschaft. „Wie kostbar die guten Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich sind, kann gar nicht häufig genug betont werden. Sie zu pflegen ist eine unsere dringendsten Aufgaben“, so Kovac.

„Gemeinsame Probleme lösen wir am besten gemeinsam“, äußerte sie weiter und leitete damit über zum Hauptthema des französischen Besuchs. Kovac, die die weinbaupolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist, schlug einen thematischen Bogen zu den Herausforderungen, denen sich die Landwirtschaft und insbesondere die Weinwirtschaft in Südbaden durch Klimawandel, Schädlingsbekämpfung und internationale Konkurrenz zu stellen hat.

Hier wurde es in der Gesprächsrunde sogleich konkret: Wenngleich die Probleme ähnlich gelagert seien, so Matthias Wolf, Geschäftsführer des Weinguts Schloss Ortenberg, gebe es insbesondere in der Wahl der zugelassenen Pflanzenschutzmittel gravierende Unterschiede zwischen beiden Rheinseiten. Die EU mache zwar Vorgaben, die Details könnten anschließend jedoch so weit von den Mitgliedstaaten bestimmt werden, dass dies die Winzer dies- und jenseits des Rheins vor gravierende Produktionsunterschiede stelle. 

Umgekehrt würden nationale Bemühungen eines Landes von anderen Ländern torpediert, weil sich diese Wettbewerbsvorteile erhofften – als Beispiel nannte er die politischen Bemühungen für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gegen Schädlinge, die zum Beispiel in südlichen Ländern wetterbedingt gar nicht vorhanden seien, die hiesigen Winzer aber vor schwere Probleme stellten. 

Hetzel pflichtete Wolf bei. Diese Blockadehaltung existiere sogar innerfranzösisch zwischen der nördlichen und der südlichen Konkurrenz. Dies erschwere ein gemeinsames nationales Vorgehen, doch umso wichtiger sei es, dass sich hier Regionen wie die deutsche und französische Oberrheinregion zusammentäten, um auf europäischer Ebene etwas zu bewegen.

Winzer Heinrich Männle aus Durbach sprach auch die Herausforderung des Generationenwechsels auf den Winzerbetrieben an. Die Winzer stünden vor einem Strukturwechsel, den viele Familienbetriebe nicht mehr stemmen könnten. Wenn die Flächen nicht bebaut würden, ändere sich damit auch die Kulturlandschaft.

„Diese Problematik ist die gleiche auf beiden Seiten des Rheins“, so Patrick Hetzel und Kordula Kovac ergänzte, dass deshalb ein gemeinsames Vorgehen zwischen beiden Regionen so wichtig sei. Beide Abgeordnete vereinbarten ein weiteres Treffen, um Lösungsansätze zu konkretisieren.