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25.08.2017, 18:13 Uhr
Südbadischen Wein fit für den Export machen
S.E. der Botschafter von Japan, Takeshi Yagi, auf Einladung von Kordula Kovac in der Ortenau
Christina Prinzessin von Baden (Zweite von links) und Michael Prinz von Baden (Dritter von links) begrüßten den Botschafter von Japan, Takeshi Yagi (Vierter von links), und andere Teilnehmer der Weinreise auf Schloß Staufenberg

Am Donnerstag, 24. August, besuchte S. E. der Botschafter von Japan, Takeshi Yagi, auf Einladung der weinbaupolitischen Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Kordula Kovac die Ortenau. Botschafter Yagi wurde begleitet vom Landwirtschaftsattaché der japanischen Botschaft, Tetsuya Mashima.

Ziel des Besuches war, die langjährigen Handelskontakte zwischen Japan und Deutschland neu zu beleben. Gehörten deutsche Produkte in den 1980er Jahren noch zu den beliebtesten Importweinen japanischer Verbraucher, so wurde ihre Position in den 1990er durch verstärkten Rotweinkonsum stark geschwächt. Nach der Jahrtausendwende geriet deutscher Wein in Japan dann an die Grenze der Bedeutungslosigkeit.

Bei strahlendem Sonnenschein besuchte die japanische Delegation zunächst den Weinort Durbach. Hier wurde sie im Rathaus der Stadt von Bürgermeister Andreas König in Empfang  genommen. Vor Ort waren ebenfalls der geschäftsführende Vorstand der Durbacher Winzergenossenschaft, Stephan Danner, und der Sprecher der Durbacher Weingüter, Andreas Vollmer, sowie der Vizepräsident des Badischen Weinbauverbandes, Franz Benz, die Präsidentin der LandFrauen Südbaden, Rosa Karcher, und der Präsident des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes (BLHV), Werner Räpple.

Kovac, die Botschafter Yagi bereits in Berlin bei mehrfachen Gelegenheiten getroffen hatte, betonte, dass es ihr ein Bedürfnis sei, dem Botschafter einen Teil der badischen Weinbauregion näherzubringen und zu zeigen, wie prägend der Weinbau in kulinarischer, landwirtschaftlicher und touristischer Hinsicht für die hiesige Gegend sei. Der Botschafter zeigte sich sehr erfreut und dankbar darüber, die schon vor längerer Zeit ausgesprochene Einladung von Kordula Kovac annehmen zu können. Neben der offiziellen Diplomatie in Berlin beruhten die bilateralen Beziehungen auf zwischenmenschlichen Verbindungen, so Botschafter Yagi.

Nachdem sich Botschafter Yagi ins Goldene Buch der Gemeinde Durbach eingetragen hatte, ging es mit allen Gesprächsteilnehmern auf eine Fahrt durch die Durbacher Steillagenweinhänge. Die Vertreter der deutschen Seite nutzten die Gelegenheit, dem Botschafter die Besonderheiten der südbadischen Landwirtschaft und des Weinbaus sowie die Organisationen vorzustellen, denen sie vorstehen.

Zum Mittagessen wurde die gesamte Delegation von S.G.H. Michael Prinz von Baden und I.G.H. Christina Prinzessin von Baden auf Schloss Staufenberg begrüßt. Der Prinz, Geschäftsführer des Weinguts Markgraf von Baden, war sehr erfreut, den Botschafter und den Landwirtschaftsattaché auf der 1000 Jahre alten Burg „im Zentrum Europas“ empfangen zu dürfen. Bei köstlichem Mittagessen in wunderbarem Ambiente setzten die Gäste ihre Gespräche über die Möglichkeiten und Ansätze konstruktiv fort, deutschen Wein stärker ins Bewusstsein der japanischen Konsumenten zu bringen. Von Kontakten zu japanischen Restaurants in Deutschland über die Einbindung der deutschen Weinregionen in touristische Reiseprogramme von Japanern bis hin zu gezielten Verkaufsmessen in Japan wurden vielfältige Wege angesprochen. Der Botschafter zeigte sich sehr aufgeschlossen gegenüber dem Vorschlag, Wein aus Deutschland und speziell Baden in seiner Residenz in Berlin vorzustellen.

Am Nachmittag besuchte die Delegation schließlich die Oberkircher Winzergenossenschaft. Kordula Kovac freute sich, mit dem Besuch des Botschafters das Versprechen einlösen zu können, dass sie der Winzergenossenschaft seinerzeit bei der Eröffnung des Vinotoriums, der neuen Verköstigungsstätte, gemacht hatte. In Oberkirch wurde die Delegation vom Vorstandsvorsitzenden Franz Männle begrüßt.  Oberbürgermeister Matthias Braun hob daraufhin hervor, dass der Besuch des Botschafters die Stadt „ehre“, und drückte seine Freude über dessen Interesse aus, die wirtschaftlichen Verbindungen zur hiesigen Weinwirtschaft zu vertiefen.

In Oberkirch stießen zudem Florian Streif, Leiter Direktvertrieb & Marketing der Weinmanufaktur Gengenbach-Offenburg, Gunia Wassmer, Geschäftsführerin der Renchtal Tourismus GmbH, und Matthias Wolf, Leiter des Weinguts Schloss Ortenberg, zur Gruppe hinzu. Bei den konstruktiven Gesprächen im Vinotorium ermahnte BLHV-Präsident Räpple schließlich die Winzer, es liege an ihnen, die Wegbereitung des heutigen Tages konsequent zu nutzen.

Das Schlusswort ergriff Kordula Kovac. Ausdrücklich dankte sie Botschafter Yagi und Landwirtschaftsattaché Mashima für den Besuch in Durbach und Oberkirch. Sie hoffe, dass nun die Weichen in die richtige Richtung gestellt seien, die Exporte deutschen Weins nach Japan neu zu beleben. Getreu dem Motto „ihrer Chefin“ sagt Kovac: „Wir schaffen das, den Markt zu verändern.“