Neuigkeiten

06.09.2017, 13:43 Uhr
Expertengespräch zur Düngeverordnung und zum Milchmarkt
Abgeordnete im Doppelpack: Waldemar Westermayer MdB auf Einladung von Kordula Kovac MdB in Wolfach
v.l.n.r.: Thomas Schneider, Waldemar Westermayer MdB, Kordula Kovac MdB, Ulrich Müller, Bernhard Kohmann, Bernhard Bolkart

Auch das dritte Mittagsgespräch in der Veranstaltungsreihe ‚Abgeordnete im Doppelpack‘ der Wolfacher Bundestagsabgeordneten Kordula Kovac (CDU) brachte eine angeregte und informative Diskussion hervor. Politischer Gast auf dem Treffen im Schornhof vergangene Woche war Waldemar Westermayer, wie Kovac ordentliches Mitglied im Bundestagsausschuss für Ernährung und Landwirtschaft und zudem Berichterstatter für Düngung und Co-Berichterstatter für Milch.

„Wir haben für die Landwirte das Beste herausgeholt“, äußerte sich Waldemar Westermayer mit Blick auf die Düngemittelverordnung. Westermayer, der selbst knapp 40 Jahre als selbständiger Unternehmer mit einem Milchviehbetrieb arbeitete, wies auf die regionalen Unterschiede der Nitratbelastung im Boden hin. Starke Belastungen seien insbesondere im Norden der Republik nachweisbar, am Niederrhein, in der Pfalz und in Franken sowie in Teilen von Thüringen und Sachsen.

Die nationale Düngemittelverordnung habe nicht nur unterschiedliche regionale landwirtschaftliche Strukturen in Deutschland berücksichtigen müssen – Stichwort Betriebsgröße und geographische Rahmenbedingungen –, sondern auch innerdeutsche Wetterunterschiede, also unterschiedlich lange Schnee- und Frostperioden. Dies bedinge unterschiedliche Maschinentauglichkeiten und unterschiedliche Düngezeiten. Es sei schwierig gewesen „alles unter einen Hut zu bringen“, so Westermayer.

Das Mittagsgespräch, an dem der Vizepräsident des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes (BLHV) Bernhard Bolkart, der BLHV-Kreisvorsitzende Ulrich Müller, Fischerbachs Bürgermeister Thomas Schneider sowie Hausachs Bürgermeisterstellvertreter Bernhard Kohmann teilnahmen, war von Expertenwissen und Detailfragen gekennzeichnet, etwa zur Stoffstrombilanz, der Aufzeichnungsverpflichtung und der unterschiedlichen Ausbringtechniken, aus denen unterschiedliche Lachgasentwicklungen resultieren, aber auch die Produktionskosten erhöhen, was nicht zu Wettbewerbsnachteilen führen darf.

Mit Blick auf den Milchmarkt appellierte Westermayer an die Molkereien und Genossenschaften, das Angebot an die Nachfrage anzupassen. Dies gelte insbesondere für die großen norddeutschen Molkereien. Hinsichtlich der Produktion von Magermilchpulver sollten die Genossenschaften den Austausch mit den Milchbauern suchen, um einen höheren Preis und dessen Stabilität zu erreichen, „das müssen auch wir Bauern kapieren“, äußerte sich Westermayer kritisch.

Bernard Bolkart lobte das Konzept der ‚Schwarzwaldmilch‘, die ihre Milchprodukte mit Verweis auf die Regionalität ihres Angebots verkaufe. Hier stimmte Kordula Kovac ausdrücklich zu: „Wir im Süden sind bereits marktführend mit der Vermarktung regionaler Produkte, darauf werden Waldemar Westermayer und ich von unseren norddeutschen Kollegen immer wieder angesprochen. Das Konzept und die Vermarktung regionaler Produkte müssen wir weiter ausbauen.“