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11.09.2017, 12:36 Uhr
Kontrollierter Abschuss des Wolfes in Deutschland
Kordula Kovac mit Antrag auf CDU-Landesparteitag erfolgreich 
Der Wolf kann die Zukunft der Weidetierhaltung in Gefahr bringen. © CDU / Christiane Lang
Der Antrag von Kordula Kovac, südbadische Bundestagsabgeordnete im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft, den Wolf in Deutschland planmäßig zu bejagen, hat auf dem 71. Landesparteitag der CDU Baden-Württemberg einstimmige Zustimmung gefunden. Neben Landwirtschaftsminister Peter Hauk befürworteten auch alle anderen anwesenden Delegierten den Antrag ohne Änderungswünsche. 

Kovac, die auch Mitglied der Antragskommission am Landesparteitag war, stellte den Antrag persönlich vor. „Der Wolf hat in Deutschland keine natürlichen Feinde. Wenn wir uns nicht auf eine Bestandsregelung der Wolfspopulation in Deutschland verständigen können, sind gerade in Baden-Württemberg die Zukunft der Weidehaltung und die Offenhaltung der Landschaft in Gefahr.“

Kovac plädiert schon seit längerem für eine Begrenzung der Wölfe in Deutschland. Durch den Antrag brachte die Bundestagsabgeordnete nun auch die Partei hinter sich. „Niemand stellt in Frage, dass der Wolf Teil der deutschen Kulturlandschaft ist“, so Kovac. „Die unterschiedlichen Interessenslagen müssen aber berücksichtigt werden. Die Wolfspopulation gegebenenfalls auch durch kontrollierten Abschuss zu begrenzen, ist bereits in anderen europäischen Staaten der Fall.“

Baden-Württemberg gilt als Wolfserwartungsland. Bisher wurden vier Exemplare gesichtet. Zwei tote junge Wölfe auf der A5 bei Lahr im Juni 2015 und auf der A8 bei Merklingen im November desselben Jahres. Im Mai 2016 wurde erstmals nach 150 Jahren ein lebender Wolf in Donaueschingen gesichtet. Das Tier gilt mittlerweile als verendet. Im Juni 2017 wurde erneut ein lebender Wolf in Überlingen am Bodensee gesichtet. Mittlerweile hat sich die Spur des Tieres aber verloren. Viele Weidetierhalter fühlen sich von der Landesregierung alleine gelassen. Effektive Schutzmaßnahmen gegen den Wolf, wie z.B. Umzäunungen, gelten mit Blick auf Steillagengebiete als unmöglich.