Neuigkeiten

13.02.2015, 16:00 Uhr
Auch 2015 Ernteschäden durch die Kirschessigfliege?
Die Zeit drängt - Expertenrunde diskutiert erneut die Bekämpfung der Kirschessigfliege.
Nach der ersten Expertenrunde im Oktober des vergangenen Jahres mit der Besichtigung befallener Obst- und Rebanlagen hat Bundestagsabgeordnete Kordula Kovac aus Wolfach erneut zu einer Fachtagung zum Thema „Kirschessigfliege“ nach Südbaden eingeladen. In Offenburg und Oberkirch trafen sich am vergangenen Freitag Experten zu einem Erfahrungsaustausch mit bundes- und landespolitischer Beteiligung, um sich über die aktuelle Situation der Kirschessigfliege auszutauschen, und um Bekämpfungsstrategien für 2015 zu erörtern. Dabei informierten sich die Tagungsteilnehmer in Offenburg über die letztjährigen Erfahrungen in der Ortenau, um anschließend in Oberkirch über bundesweite Bekämpfungsstrategien, Forschungsmaßnahmen und Ausblicke auf die diesjährige Gefährdungssituation durch den Schädling Drosophila suzukii, die Kirschessigfliege, zu diskutieren, der bereits im vergangenen Jahr erhebliche Ernteschäden im Wein- und besonders im Obstbau verursacht hat.

Nicht nur für Südbaden ist die sich rasch ausbreitende Kirschessigfliege eine Bedrohung für den Obst- und Weinanbau und für die Imker. Darüber waren sich die Gesprächsteilnehmer einig. Repräsentanten von Ministerien, Regierungspräsidium, Forschungsinstituten, Landratsamt, Verbänden der Obstbauer, Winzer und Imker waren der erneuten Einladung von Kordula Kovac, Bundestagsabgeordnete und weinbaupolitische Sprecherin der CDU/CSU- Bundestagsfraktion, gefolgt. Sie unterstrichen durch ihre Teilnahme die Bedeutung der Thematik.

Ein Präsentation der in der Ortenau im vergangenen Jahr gemachten Erfahrungen über die Verbreitung, die Bekämpfung, die Problemfelder und die erlittenen Schäden war die Grundlage für einen intensiven und offenen Gedankenaustausch am Vormittag. Dabei standen Ernteschäden und sortenabhängiger Fruchtbefall, Pflanzenschutzmittelstrategien und Forschungsmassnahmen, Prävention und Beratung, Monitoring, Hygienemaßnahmen in den Obst- und Rebanlagen, praktische Probleme wie Spritzabstände, aber auch Existenzsorgen von Obstbauern, Winzern und Imkern im Mittelpunkt. Die Teilnehmer waren sich darin einig, dass der kontinuierliche zeitnahe Informationsaustausch regional und überregional unter allen Beteiligten zwingend notwendig ist, um eine effektive Bekämpfung in diesem Jahr zu erreichen.

Die Expertenrunde setzte am Nachmittag ihren Erfahrungsaustausch im Obstgroßmarkt Mittelbaden in Oberkirch fort. Deren Vorstandsvorsitzender Wendelin Obrecht berichtete über die Verluste im vergangenen Jahr und betonte, dass eine Lösung für die Vermarktung des Obstes gefunden werden müsse. Geschäftsführer Michael Rossmann mahnte zur Eile mit Bekämpfungsstrategien, da in cirka acht Wochen die neue Saison beginne.

Seitens des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft betonten Ministerialdirektor Clemens Neumann und Dr. Zornbach die Notwendigkeit eines ausgeprägten Informationsnetzwerkes, einen internationalen Erfahrungsaustausch und die Bündelung finanzieller Mittel für wissenschaftliche und organisatorische Anstrengungen der Problemlösungen.

Die Präsidenten des Deutschen und des Badischen Weinbauverbandes, Norbert Weber und Kilian Schneider halten die Kirschessigfliege im Weinbau für beherrschbar. Dabei müssen die Beobachtungen der Erzeuger einbezogen werden und gemeinsam Strategien für 2015 entwickelt werden.

Der Präsident des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes Werner Räpple und Franz-Josef Müller, Präsident des Erwerbobstbaus Baden-Württemberg erachten schnelle, vereinfachte und legale Lösungen zur Bekämpfung der Kirschessigfliege und deren Massenvermehrung als vordringlich ebenso wie die Beibehaltung der Beratung als wichtige Säule der Prävention.

Neben weiteren Diskussionspunkten über Zulassungsverfahren von Pflanzenschutzmitteln und deren Bienenverträglichkeit, Notfallzulassungen und Resistenzprobleme blieb die Frage der Wirtschaftlichkeit für die einzelnen Betriebe bei steigenden Kosten und sinkenden Erträgen nicht unerwähnt.

Am Tagungsende erhielt die CDU- Bundestagsabgeordnete Kordula Kovac von den Gesprächsteilnehmern große Anerkennung für ihr umfangreiches Engagement und den erneut organisierten Experten-Erfahrungsaustausch. „Ich freue mich, dass Sie meiner Einladung zu diesem Fachgespräch gefolgt sind und wir in engem Informationsaustausch die Kirschessigfliege 2015 hoffentlich effektiv und erfolgreich gemeinsam bekämpfen können“, so Kordula Kovac, die inzwischen auch Kontakte nach Japan geknüpft hat, um Erfahrungen über die Bekämpfung der Kirschessigfliege in deren Heimat zu erhalten.