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12.06.2015, 15:06 Uhr
Bundestag beschließt Reform der medizinischen Versorgung
Kovac: "Zwei-Klassen-Medizin darf es nicht geben!"
Hinsichtlich der ambulanten medizinischen Versorgung entstehen zunehmend unterschiedliche Angebote in Ballungsräumen und strukturschwachen Regionen. Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung und dem medizinischen-technischen Fortschritt hat daher der Deutsche Bundestag das sogenannte GKV-Versorgungsstärkungsgesetz beschlossen. Hiermit soll sichergestellt werden, dass auch künftig eine bedarfsgerechte, hochwertige, möglichst gut erreichbare Versorgung der Versicherten garantiert ist. Durch die Gesetzesänderung werden die Rahmenbedingungen der Gesundheitsversorgung an die sich ändernden Strukturen angepasst.
 
Vor allem junge Ärztinnen und Ärzte sollen so mit finanziellen Anreizen für eine Niederlassung auf dem Land gewonnen werden. Freiwerdende Arztpraxen in überversorgten Gebieten sollen hingegen nach Entscheidung der Ärzte und Kassen vor Ort nicht mehr nachbesetzt werden.
 
Ebenso sollen Terminservicestellen für gesetzlich Versicherte eingerichtet werden, um Versicherten mit einem Überweisungsschein innerhalb von vier Wochen einem Termin bei einem Facharzt zu vermitteln.
 
Kordula Kovac, zuständig für die Entwicklung des ländlichen Raums, begrüßte die Verabschiedung der Gesetzesänderung. „Für die Zukunft des ländlichen Raums ist eine angemessene medizinische Infrastruktur unabdingbar. Eine Zwei-Klassen-Medizin darf es in Deutschland nicht geben.“ Außerordentlich erfreut zeigte sich Kovac über die Tatsache, dass Regressforderungen der Kranken- und Pflegekassen gegenüber freiberuflich tätigen Hebammen beschränkt wurden. Ab sofort können Behandlungsfehler in der Geburtshilfe nur geltend gemacht werden, wenn der Schaden vorsätzlich oder grob fahrlässig verursacht wurde.