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23.06.2015, 10:01 Uhr
Zuflucht vor häuslicher Gewalt in der Ortenau
Kordula Kovac besucht Offenburger Frauenhaus
Kordula Kovac mit Geschäftsführerin Evelyn Krümmel
Um sich über die Arbeit des Vereins „Frauen helfen Frauen Ortenau e. V.“ zu informieren, besuchte kürzlich Kordula Kovac das Frauenhaus in Offenburg. Über die Tätigkeit in der Ortenau informierte Evelyn Krümmel, Geschäftsführerin des Vereins, der 1983 gegründet wurde, ihren Gast und erläuterte die Vereinsziele und Arbeitsbereiche. „Frauen helfen Frauen“ engagiert sich hauptsächlich für Frauen, die Opfer von häuslicher Gewalt geworden sind. Sie und auch ihre Kinder finden im Frauenhaus Zuflucht, Schutz und Hilfe, oder Beratung und Begleitung in ihren schwierigen Lebenssituationen. Dass der Bedarf an Frauenhausplätzen gestiegen ist und nicht ausreicht, belegen die Zahlen des Vereins für 2014. So konnten 193 Frauen und 209 Kinder nicht aufgenommen werden. Nach den EU-Vorgaben müssten entsprechend der Einwohnerzahl im Ortenaukreis 56 Plätze zur Verfügung stehen, es sind jedoch nur 6 Plätze für Frauen und 8 Plätze für Kinder.
 
Für die umfangreichen Hilfstätigkeiten des Vereins, die von hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bewältigt wird, ist die finanzielle Unterstützung durch das Land Baden-Württemberg, durch den Ortenaukreis, die Stadt Offenburg und einige weitere Kreiskommunen ebenso von zentraler Bedeutung wie die Spenden von Firmen, Organisationen und Privatpersonen. Zusätzlich trägt der Verein mit seinem Frauen-Lädele und einem zweimal jährlich stattfindenden Bücherflohmarkt zur Verbesserung des finanziellen Spielraumes des Vereins bei.
 
Der sich für Frauen in Not einsetzende Verein freut sich über ein breites Netzwerk von Institutionen, Vereinen, und Privatpersonen, die das Frauenhaus in Offenburg unterstützen. Kordula Kovac freute sich zu hören, dass auch in Offenburg die Zusammenarbeit von „Frauen helfen Frauen“ mit der Polizei und der Opferhilfsorganisation „WEISSER RING“ ebenso erfreulich ist wie in vielen anderen Landkreisen. Selbst Mitglied des Opferschutzvereins WEISSER RING kennt Kordula Kovac die bundesweite Vernetzung des 1976 durch Eduard Zimmermann und andere Personen des öffentlichen Lebens gegründeten Vereins und die enge Zusammenarbeit zwischen Frauenhäusern, Polizei und WEISSEM RING, die sich besonders bei akuten Notsituationen für durch Gewalt betroffene Frauen und ihre Kindern bewährt.
 
„Die Hilfe und Unterstützung der Opfer von Gewaltstraftaten, besonders wenn es sich um schutzlose Personen handelt, ist ein wichtiges gesellschaftliches Anliegen und bedarf der breiten politischen und öffentlichen Unterstützung“ betonte Kordula Kovac. Sie bedankte sich am Ende der informativen Gesprächsrunde bei Geschäftsführerin Evelyn Krümmel für den offenen Gedankenaustausch, in welchem sie den Einblick in die Vereinsarbeit und die Vereinsziele veranschaulichte. „Sie leisten hier wertvolle Arbeit und Hilfe für durch häusliche Gewalt in Not geratene Frauen und Kinder. Ich werde gerne weiterhin Kontakt zu ihnen halten, besonders wenn in besonderen Fällen einmal eine Gesprächsvermittlung erforderlich sein sollte“, so Kordula Kovac bei der Verabschiedung. Bei diesem verbalen Versprechen ließ es die Bundestagsabgeordnete aber nicht bewenden und überwies dem Frauenhaus eine persönliche Spende in Höhe von 200 € für die engagierte Unterstützung von Frauen in Not.