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06.08.2015, 09:25 Uhr
Drosophila Suzukii 2015
Informationsaustausch über diesjährige Situation der Kirschessigfliege
(von links): Präsident des Landesverbandes Badischer, Imker Klaus Schmieder, CDU-Bundestagsabgeordnete Kordula Kovac, Vorsitzender des Imker-Kreisverbandes Enzkreis Uwe Kille, Dr. Michael Breuer vom Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg und Stefan Wußler,
Im vergangenen Jahr waren Obst- und Weinbauern besonders in Südbaden durch die aus Asien stammende Kirschessigfliege „Drosophila suzukii“ betroffen. CDU-Bundestagsabgeordnete Kordula Kovac, Mitglied im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft im Deutschen Bundestag, hatte maßgeblich dazu beigetragen, dass mit „runden Tischen“ in der Ortenau und in Berlin Erfahrungen, Strategien und Bekämpfungsmöglichkeiten des expandierenden Schädlings ausgetauscht und Forschungsmaßnahmen finanziell verstärkt gefördert werden konnten. In den Informationsaustausch waren auch die Imker einbezogen, die zweifach von der Kirschessigfliege betroffen sind. Einerseits werden zu deren Bekämpfung Pflanzenschutzmittel eingesetzt, die zwar nach strengen Anwendungsrichtlinien verwendet werden, aber als bienengefährlich eingestuft sind. Andererseits führen Fruchtsäfte von befallenen Kulturen, die von Bienen aufgenommen und in die Bienenwabeneingelagert werden, zur Minderung der Honigqualität. Um sich über die aktuelle Situation im laufenden Jahr auszutauschen, trafen sich am vergangenen Freitag auf Einladung von Kordula Kovac MdB erneut Fachleute des Landratsamtes Ortenau, des Regierungspräsidiums und des Weinbauinstituts Freiburg mit Repräsentanten von Imker- und Weinbauverbänden. In der Geschäftsstelle des Landesverbandes Badischer Imker e.V. in Fischerbach begrüßte der gastgebende Präsident Klaus Schmieder die Gesprächsteilnehmer. Kordula Kovac moderierte den konstruktiven und harmonischen Gedankenaustausch über die aktuelle Situation der Kirschessigfliege. Im Mittelpunkt der Diskussion stand zunächst die Bekämpfung des Schädlings mit der Kombination des Pflanzenschutzmittels "SpinTor" und des Zusatzstoffes „combiprotec“, dessen Anwendung das Land Baden-Württemberg mit einer Sondergenehmigung erlaubt hatte. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hatte hingegen von einer Anwendung abgeraten. Wegen nicht vorliegender Daten zur Bewertung des Risikos für Bienen, das alleine schon von dem Pflanzenschutzmittel „SpinTor“ ausgeht, wurde auch dessen beantragte Zulassung in Kombination mit „combi-protec“ abgelehnt. Diese Kombination wird allerdings zurzeit in einem laufenden Widerspruchsverfahren gegen die Ablehnung in Zusammenarbeit mit Bienenexperten des Julius Kühn-Instituts und der Universität Hohenheim bewertet. Wichtig und wünschenswert sind mehr Pflanzenschutzmittel, was aber wegen der Erforschungsnotwendigkeit in kurzer Zeit nicht möglich ist. Wenn die Kombination „SpinTor“ mit „combiprotec“ angewandt wird, sind auf jeden Fall die Vorschriften und Auflagen zu beachten. Uneingeschränkte Übereinstimmung gab es bei der Forderung nach einem guten und konstruktiven Miteinander zwischen den Winzer-, Obstbau- und Imkerverbänden, den behördlichen Institutionen und Forschungsinstituten sowie den Weinbau-, Obstbau und Pflanzenschutzberatern. Ganz besonderen Wert wird auf das Monitoring ab dem Frühjahr gelegt und die Informationen von den Wein- und Obstbauberatern. In diesem Jahr haben die hohen Temperaturen dazu beigetragen, dass die Schäden durch die Kirschessigfliege bisher nicht das befürchtete Ausmaß angenommen haben. Als wichtige Maßnahme der engen Zusammenarbeit und des Informationsaustauschs wurde eine schnelle Informationskaskade der Verbände und Institutionen untereinander mit entsprechender Weitergabe an die örtlichen Verbände und Mitglieder angeregt. Die Ergebnisse des Meinungsaustauschs fassten Kordula Kovac, der Deutsche Weinbaupräsident Norbert Weber und der Badische Imkerpräsident Klaus Schmieder zusammen, bevor anschließend nach einer gemeinsamen Fahrt nach Oberentersbach noch die dortige Badische Imkerschule besichtigt wurde.