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08.09.2015, 08:50 Uhr
Ortenau hilft bei Flüchtlingserfassung
Dezentrale Asylantragsstelle in Offenburg
Kordula Kovac, Landratsamt-Mitarbeiterinnen Marie-Luise Huber (rechts) und Angela Breinich im Aufnahmeraum für die ankommenden Flüchtlinge
Bei einem Informationsbesuch bei Landrat Frank Scherer im vergangenen Monat hatte die CDU-Bundestagsabgeordnete Kordula Kovac aus Wolfach das aktuelle Flüchtlingsproblem von 600 Flüchtlingen aufgegriffen, die dem Ortenaukreis zugewiesen wurden, ohne dass bei der Landeserstaufnahmestelle (LEA) in Karlsruhe ein Asylantrag gestellt worden war. Landrat und Abgeordnete waren sich einig, dass es sinnvoll sei, bei der derzeitigen Belastung der LEA in Karlsruhe mit einer Art Außenstellenbüro für die Ortenau eine dezentrale Asylantragsmöglichkeit anzubieten. Landrat Frank Scherer sagte zu, dafür im Landratsamt Räume zur Verfügung zu stellen. Bundestagsabgeordnete Kordula Kovac setzte sich für eine solche Maßnahme bei dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg ein. In Abstimmung zwischen allen beteiligten Stellen des Asylantragsverfahrens wurden Termine festgesetzt, an denen die Flüchtlinge aus der Ortenau, die noch keinen Antrag stellen konnten, dies vor Ort nachholen können. Teams des Landratsamtes Ortenau, der LEA Karlsruhe und des Regierungspräsidiums Freiburg erfassen und registrieren die Flüchtlinge für deren Asylantragsverfahren. Am Mittwoch letzter Woche startete das dezentrale Antragsverfahren in Offenburg mit der Ankunft der ersten Busse mit Flüchtlingen. Kordula Kovac MdB, stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe des Deutschen Bundestages, kam am ersten und zweiten Tag des Offenburger Aufnahmeverfahrens in das Landratsamt, informierte sich bei den einzelnen Teams über die Arbeitsabläufe und konnte sich so einen frühen „Eindruck aus erster Hand“ über die Abläufe verschaffen. Unter den Flüchtlingen, deren Ankunft die Abgeordnete verfolgte, dürften manche gewesen sein, die auf ihrer Flucht Schlimmes erlebt haben. Traumatisierte Flüchtlinge stellen hauptberufliche und ehrenamtliche Helfer oft vor schwierige Situationen. Deshalb hat Kordula Kovac in Gengenbach eine Fortbildung „Umgang mit traumatisierten Flüchtlingen“ mit einem professionellen Team von der Kontaktstelle für traumatisierte Flüchtlinge REFUGIO aus Villingen-Schwenningen organisiert und finanziert, an der sie im Anschluss an ihren ersten Besuch im Landratsamt teilnahm.