Neuigkeiten

14.09.2015, 15:42 Uhr
Umgang mit traumatisierten Flüchtlingen
REFUGIO-Schulung in der Ortenau
Unter den Flüchtlingen, die in der Ortenau einen sicheren Aufenthalt gefunden haben, sind zahlreiche Frauen, Kinder und Männer, die in ihrem Herkunftsland und auf ihrer Flucht Schlimmes erlebt haben. Wie gehen hauptberufliche und ehrenamtliche Helfer mit diesen traumatisierten Menschen um? Das war bereits im November 2014 eine der Fragen, die bei dem „Runden Tisch Asyl“ in Gengenbach diskutiert wurden, zu dem die CDU-Bundestagsabgeordnete Kordula Kovac aus Wolfach eingeladen hatte. In Anbetracht dieser Diskussion und der stark steigenden Flüchtlingszahlen lud Kordula Kovac MdB zu Beginn diesen Monats zu einer von ihr organisierten und finanzierten Schulung „Umgang mit traumatisierten Flüchtlingen“ erneut nach Gengenbach ein. Ein Team von REFUGIO, der Kontaktstelle für traumatisierte Flüchtlingen e.V. in Villingen-Schwenningen, gestaltete eine Fortbildung über das aktuelle und schwierige Thema. Gesundheitsökonomin Dr. Astrid Sterzel und Diplom-Sozialpädagogin Veronika Herz waren die Referentinnen einer äußerst informativen und für die Flüchtlingsarbeit hilfreichen Schulung. An ihr nahmen vom ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuer, Pfarrerin und Pfarrer über Integrationsbeauftragte, Bürgermeister, Schulpsychologin und Flüchtlingsprojektleiter aus verschiedenen Kommunen der Ortenau teil. Sie waren der Einladung von Kordula Kovac nach Gengenbach gefolgt. Nach der Begrüßung und der Themeneinleitung durch die Abgeordnete und einem Grußwort von Fachbereichsleiter Michael Götz von der Stadt Gengenbach begannen die Referentinnen mit ihren durch Unterlagen ergänzten Ausführungen über die Aktualität der Flüchtlingsthematik, die Schwerpunkte der REFUGIO-Arbeit, einem Überblick über das Asylverfahren, die Belastungen von Flüchtlingen insbesondere von Frauen und Kindern sowie deren Gesundheitsversorgung. Bei der Traumatisierung von Flüchtlingen ging das REFUGIO-Team von der Begriffserklärung, den Symptomen und Verhaltensäußerungen, den Zielen und dem Vorgehen bei Therapie und Sozialarbeit bis zu Hinweisen und Grenzen für Helfer ein. Die intensive Diskussion in der das REFUGIO-Team die Fragen der 26 Fortbildungsteilnehmer aufgriff, hat gezeigt, wie notwendig und hilfreich das Schulungsthema war. Besonders ausführlich wurde die Problematik der Dolmetscher für die unterschiedlichsten Sprachen sowie deren Eignungsanforderungen diskutiert. Am Ende der Veranstaltung zeigte sich, dass das Netzwerk der in der Flüchtlingshilfe engagierten Teilnehmer durch den Kontakt untereinander noch etwas enger geworden ist. Kordula Kovac beendete die Veranstaltung mit ihrem Dank an die Referentinnen, die Stadt Gengenbach und die Veranstaltungsteilnehmer und wünschte ihnen weiterhin viel Kraft für ihr Engagement bei der Flüchtlingsarbeit.