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04.12.2015, 10:25 Uhr
Flüchtlinge in Achern
Kordula Kovac informiert sich über Flüchtlingssituation in Achern 
Foto (von rechts): CDU-Bundestagsabgeordnete Kordula Kovac, Acherns Oberbürgermeister Klaus Muttach, Heimleiterin Alexandra Storz, Dolmetscher Abdessamad Belghiat, Acherns Integrationsbeauftragter Steffen Kasteleiner und Sozialmitarbeiterin Anna Karagöz.
Auf ihrem Weg nach Sasbachwalden, wo sie erneut die Bedarfserstaufnahmestelle „Bel Air“ besuchte, schaute kürzlich die CDU-Bundestagsabgeordnete Kordula Kovac aus Wolfach auch in der Stadt Achern vorbei, um sich über die dortige Flüchtlingssituation zu informieren.

Von Oberbürgermeister Klaus Muttach im Rathaus Illenau begrüßt, schilderte er der Abgeordneten zunächst die aktuelle Flüchtlingssituation in der Hornisgrindestadt und erläuterte die in naher Zukunft zu erwartenden Flüchtlingszahlen und die Planungen für deren Unterbringung. Die kontinuierlich steigende Zahl der Flüchtlinge bedingt auch eine Zuweisungszunahme für Achern. Dank einer guten Zusammenarbeit von Kommune, Behörden und ehrenamtlichen Helfern ist Achern aber gegenwärtig gut aufgestellt.

Gemeinsam mit Oberbürgermeister Klaus Muttach und Acherns Integrationsbeauftragtem Steffen Kasteleiner besuchte die Parlamentarierin dann eine Flüchtlingsunterkunft in der Hornisgrindestraße. In dem ehemaligen Finanzamtgebäude, das vom Landkreis Ortenau gekauft und renoviert wurde, finden bis zu 60 Flüchtlinge Unterkunft, die von Mitarbeitern des Landratsamtes betreut werden. In dem Gebäude ist ein Büro eingerichtet, das Anlaufstelle für die Alltagsbelange der Bewohner ist. Heimleiterin Alexandra Storz informierte bei einem Rundgang durch das Gebäude die Besucher über die aktuelle Situation in der Flüchtlingsunterkunft.

Mit aktuell 57 Personen ist die Einrichtung nahezu voll belegt. Sie sind registriert aber noch nicht alle haben ihren Asylantrag stellen können. Während ihrer Aufenthaltsdauer in Achern kümmern sich neben den Hauptberuflichen auch ehrenamtliche Helfer um die Flüchtlinge. Wichtig und hilfreich sind Sprachkurse, mit denen erste Deutschkenntnisse vermittelt werden. Für Familien mit Kindern ist es vorteilhaft, dass alle Kinder und Jugendliche in Achern Gemeinschafts- oder Berufsschulen besuchen können. Spannungen von Bewohnern untereinander gibt es bislang keine, was auch darauf zurückzuführen ist, dass die Flüchtlinge eigene Zimmer haben, in die sie sich zurückziehen können und nicht in grossen Gemeinschaftsräumen untergebracht sind. Erfreulich sei auch die Tatsache, dass es keine ernsthaften Probleme mit den Anwohnern in der Hornisgrindestraße wegen Lärm oder anderen Klagen gibt.

Bei dem Rundgang durch die Flüchtlingsunterkunft, bei dem die Besucher auch von der Sozialarbeiterin  Anna Karagöz und dem marokkanischen Dolmetscher Abdessamad Belghiat begleitet wurden, hatte Kordula Kovac Gelegenheit, einiges über die Schicksale von verschiedenen Bewohnern der Unterkunft zu erfahren. „Ich kann natürlich nicht überall helfen, aber in einzelnen Fällen gelingt es mir doch, bei besonderen Schicksalen etwas zu bewegen“ betonte die Abgeordnete, die sich bei der beruflichen und sportlichen Integration von Flüchtlingen sowie für Therapiemöglichkeiten von traumatisierten Frauen und Kindern engagiert.

Einig waren sich Bundestagsabgeordnete Kordula Kovac und Oberbürgermeister Klaus Muttach darüber, dass es zu einer schnelleren Registrierung, Asylantragsstellung und Entscheidung kommen muss, um den Bleibeberechtigten eine nachhaltige Integrationsperspektive  zu ermöglichen. Kordula Kovac bedankte sich am Ende ihres Informationsbesuchs bei Oberbürgermeister Klaus Muttach und den Begleiterinnen und Begleitern für die ermöglichten Einblicke in eine der Acherner Flüchtlingsunterkünfte und den offenen Gedankenaustausch. Wie Kordula Kovac in dem einen oder anderen konkreten Fall möglicherweise unterstützend helfen kann, besprach sie mit Oberbürgermeister Klaus Muttach in einem abschließenden Gespräch im Illenau Arkadenmuseum und hatte dort noch Gelegenheit, etwas über die Geschichte der Illenau zu erfahren, der ursprünglich als Heil- und Pflegeanstalt konzipierten Achener Einrichtung.