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20.04.2016, 12:28 Uhr
Flüchtlinge in der Ortenau
Michael Griesbeck, BAMF-Vize-Präsident, besucht Offenburg
Der Vize-Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Dr. Michael Griesbeck, hat am Dienstag, den 19.04.2016, Offenburg besucht, um sich vor Ort persönlich ein Bild von der Flüchtlingssituation zu machen.

Griesbeck folgte mit dem Besuch der Einladung der CDU-Bundestagsabgeordneten Kordula Kovac, die sich seit geraumer Zeit beim BAMF für ein größeres Engagement des Amtes im Ortenaukreis, dem größten Kreis in Baden-Württemberg, stark gemacht hatte. 

Zu Beginn des Besuchs besichtigten Griesbeck und Kovac die Flüchtlingsunterkunft in der Lise-Meitner-Straße. Mit dabei waren Vertreter des Landratsamtes ebenso wie das Polizeipräsidium Offenburg. Michael Loritz, Dezernent des Landratsamtes Ortenaukreis, erläuterte in Vertretung von Landrat Frank Scherer das nachhaltige Konzept der Einrichtung. Durch kluges Bauen sei die Weiterverwendung der Unterkunft, bspw. als sozialer Wohnraum, auch in Zukunft möglich. 

Im Anschluss an die Besichtigung stand ein Fachaustausch mit lokalen Verantwortlichen - Kreisräten, Oberbürgermeister, Bürgermeister und Sprachschulen - auf dem Programm. Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, ihre zahlreichen Fragen direkt an Herrn Griesbeck zu stellen. 

Im Mittelpunkt des Interesses stand neben der notwendigen Unterstützung bei Integrationsleistungen wie Sprachkursen, vor allem der Abbau des Rückstaus von Asylanträgen und die Erfassung der vielen bisher nicht-registrierten Asylbewerber. Zu Fragen nach Prognosen der Flüchtlingszahlen in 2016 und der eventuellen Wohnungspflicht zur besseren Kontrolle der Flüchtlinge innerhalb Deutschlands wollte Griesbeck sich nicht äußern. 

Der Vize-Präsident stellte in seinen Ausführungen vor allem die bessere Verzahnung von Erfassung und Integration in den Mittelpunkt. Durch sogenannte "combi-Modelle" solle nicht nacheinander sondern parallel Spracherwerb und Arbeitsmarktintegration voran getrieben werden. Notwendig hierfür sei eine schnelle Kompetenzerfassung der Asylbewerber. Griesbeck äußerte die Hoffnung, dass hier vor allem der Flüchtlingsausweis und die damit einhergehende umfassende Datenbank Abhilfe schaffen könne. 

Durch das integrierte Flüchtlingsmanagement seiner Behörde sei es künftig sogar möglich, Asylanträge binnen 48 Stunden zu entscheiden. Allerdings gelte diese Bearbeitungsfrist nur für Asylbewerber mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit und Asylbewerber aus sicheren Herkunftsstaaten. 

Die Bundestagsabgeordnete für Südbaden, Kordula Kovac, zeigte sich mehr als zufrieden mit der von ihr initiierten Veranstaltung. "Mehr als 40 interessierte Politiker und Sprachschulen sind meiner Einladung gefolgt. Dies zeigt, auf welch großes Interesse ein Experte wie Dr. Griesbeck stößt. Gerade die Rückkopplung von politischen Entscheidungsträgern mit den Leuten aus der Praxis ist notwendig, um für die Flüchtlingssituation gemeinsame und nachhaltige Lösungen zu finden." Dr. Griesbeck habe sicherlich viele konstruktive Anregungen aus dem Gespräch mit zurück ins Bundesamt nehmen können, so Kovac.