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31.05.2016, 11:00 Uhr
Ergebnis des Milchgipfels: 100 Millionen Euro Soforthilfe
Internationaler Tag der Milch im Zeichen der Krise
Der 1. Juni 2016 ist der "Internationale Tag der Milch": Eine besondere Gelegenheit, über dieses Lebensmittel und dessen Marktwerkt zu reflektieren. In diesem Jahr steht der Tag ganz im Zeichen der sich verschärfenden Krise.  Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hatte am 30. Mai 2016, zum Milchgipfel eingeladen, um über weitere Hilfen und langfristige Strategien mit allen Beteiligten der Wertschöpfungskette zu beraten. Eingeladen zum Spitzengespräch waren Vertreter der Landwirtschaft, der Molkereien und des Einzelhandels. Außer dem Bauernverband waren allerdings keine Produzentenorganisationen anwesend.

Als Ergebnis des Treffens sollen die deutschen Milchbauern angesichts der drastisch gesunkenen Preise Soforthilfen von mindestens 100 Millionen Euro bekommen.  Die genaue Höhe der Hilfen werde derzeit noch diskutiert, so Minister Schmidt. Damit die Landwirte finanzielle Engpässe überbrücken können, soll das Hilfspaket unter anderem zusätzliche Bürgschaften und steuerliche Entlastungen umfassen. Auch Freibeträge bei der Schuldentilgung sind im Gespräch.

Kordula Kovac, CDU-Bundestagsabgeordnete für Südbaden, begrüßte das Ergebnis des Krisentreffens. „Insbesondere der vereinbarte Branchendialog stellt sicher, dass in Zukunft Molkereien und Bauern sich besser abstimmen. Nur so kann mit dem Lebensmitteleinzelhandel auf Augenhöhe verhandelt werden.“ Kovac stellte, ähnlich wie Schmidt, heraus, dass es jedoch strukturelle Änderungen auf dem Milchmarkt geben müsse, um das Problem langfristig zu lösen. „Fakt ist: Es wird zu viel Milch produziert – nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa.

Dieses Überangebot zerstört die Preise. Um auf den existenzsichernden Preis von 35 Cent pro Liter Milch zu kommen, braucht es aber nicht nur einen europäischen Ansatz, sondern auch die Verbraucher. Wer im Supermarkt zu ‚Billigmilch‘ greift, spart an der falschen Stelle und verschärft die Not der deutschen Milchbauern.“

Die Bundestagsabgeordnete lobte vor diesem Hintergrund das Handelsunternehmen Edeka Südwest und dessen Vermarktung von regionalen Produkten zu einem höheren Preis. „Genau solche Initiativen braucht es angesichts der Krise!“