Neuigkeiten

03.11.2016, 14:02 Uhr
Erster Runder Tisch zum ‚Hebammenmangel‘
Kordula Kovac: "Wir müssen diesen interdisziplinären Austausch verstetigen“
Es war am Mittwoch eine Premiere im Landratsamt Ortenaukreis in Offenburg: Zum ersten Mal trafen sich Vertreter aus Politik, des Gesundheitsamtes, des Ortenau-Klinikums, der AOK und des Genossenschaftsverbandes mit Eltern und Hebammen, um über den 'Hebammenmangel' im Ortenaukreis zu diskutieren und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

"Eine schwangere Frau aus Wolfach muss 43 Kilometer fahren, um angemessen betreut zu werden. Das ist unhaltbar", sagte Kordula Kovac, CDU-Bundestagsabgeordnete aus Südbaden und Mitglied des Ortenauer Kreistages. Kovac hatte zu diesem Treffen eingeladen, nachdem die Hebammenpraxis in ihrem Heimatort Wolfach geschlossen wurde.

Kovac betonte, dass die nicht-flächendeckenden Versorgung mit Hebammen schon seit langem ein Problem ist. "Bisher aber haben sich alle nur um die Hausärzte gekümmert. Die Hebammen wurden schlichtweg vergessen. Allein die Tatsache, dass verschiedene Studien keine zufriedenstellende Analyse des Ist-Zustandes ermöglicht haben, ist ein Alarmsignal", so Kovac.
Einig waren sich alle Beteiligten des Runden Tisches, dass das Augenmerk für Lösungsansätze nicht bei der Anzahl der Hebammen im Kreis liegen darf, sondern bei deren Leistungsspektrum. Qualität und Vielfalt des Angebots müssen im Fokus stehen, betonte die Abgeordnete. "Hebammen arbeiten an und mit Menschen. Wenn wir diese Arbeit nicht angemessen vergüten, drohen Standortverluste im ländlichen Raum - und das nicht nur bei den Hebammen. Jetzt gilt es, diesen interdisziplinären Austausch zu verstetigen, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, die die flächendeckende Versorgung mit Hebammen im ländlichen Raum sicherstellen. Maßnahmen wie eine Vergütung für Arbeitszeit und nicht für Leistung, einen anerkannten Parkausweis und besseres Marketing des Berufsbildes sind hier Ansatzpunkte", sagte Kovac.

Als Folge des ersten Runden Tisches soll nun ein Konzept erarbeitet werden, welches die Problemsituation beschreibt und zukünftige Handlungsfelder inklusive möglicher Pilotprojekte im Ortenaukreis aufzeigt.