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06.03.2017, 19:12 Uhr
Nachwuchswinzer zu Besuch im Deutschen Bundestag
Kovac spricht über Absatzchancen, Pflanzenschutz und internationale Kooperation
Die Wolfacher CDU-Bundestagsabgeordnete Kordula Kovac hat am Montag, 6. März, neun Jungwinzer und Jungwinzerinnen im Deutschen Bundestag empfangen. Kovac, die weinbaupolitische Sprecherin ihrer Fraktion ist, freute sich sehr über die bestens informierten Besucher. In guter und offener Gesprächsatmosphäre ging es sogleich in die Tiefe der Weinbau-Thematik: von Fragen der Vermarktung und Absatzchancen des deutschen Weines über Herausforderungen im Pflanzenschutz bis hin zur internationalen Zusammenarbeit.

Kovac machte deutlich, dass sie intensiv für deutschen Wein wirbt – auch im Ausland. „Trotz seiner herausragenden Qualität wird Wein aus Deutschland noch wenig ausgeschenkt“, berichtete Kovac. Gerade organisiert die Bundestagsabgeordnete, die als einzige CDU-Politikerin für Südbaden im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft sitzt, eine Delegationsreise nach Japan zur internationalen Weinmesse 'Wine and Gourmet Japan' in Tokio Mitte April. „In Japan werden hauptsächlich Weine aus Neuseeland, Australien oder Chile importiert – jedoch nur zwei Prozent aus Deutschland. Ich will die Japaner gerne von unserem deutschen Qualitätsprodukt überzeugen“, sagte Kovac und gab auch den Jungwinzern und Jungwinzerinnen den Rat, ihren Wein auf internationalen Messen zu präsentieren, um neue Absatzmärkte für sich zu gewinnen.

Auch die Herausforderungen des Klimawandels beschäftigte die Nachwuchskräfte, vor allem die Frage, ob die drei verschiedenen Zonen der Pflanzenschutzmittel-Zulassung noch zeitgemäß sind. So dürfen beispielsweise in Frankreich (Zone C – Süden) deutlich höhere Mengen an Kupfer eingesetzt werden als in Deutschland (Zone B - Mitte). Dies stellt besonders deutsche Ökowinzer bei schlechter Witterung und einem daraus resultierenden Befall mit Falschem Mehltau (Peronospora) vor existenzielle Probleme. Da im Ökoweinbau der Einsatz des effektiven Pflanzenschutzmittels Kaliumphosponat aufgrund der EU-Öko-Verordnung derzeit nicht zugelassen ist, bleibt nur die Ausbringung von Kupfer. Dessen in Deutschland zulässige Menge reicht allerdings nicht aus, um den Pilzbefall erfolgreich zu bekämpfen, weshalb hohe Ernteausfälle drohen. „Ich persönlich gehe ehrlich gesagt nicht davon aus, dass die Europäische Kommission Kaliumphosphonat wieder als Pflanzenschutzmaßnahme in die EU-Öko-Verordnung aufnimmt. Im Kampf gegen den Falschen Mehltau bleibt nur, im Zuge einer Notfallzulassung die Kupferaufwandmenge zu erhöhen“, sagte Kovac.

Kovac sprach sich vor den jungen Erwachsenen für eine verstärkte internationale Zusammenarbeit im Weinbau aus. So berichtete sie von ihren Erfahrungen des grenzüberschreitenden Austausches mit Winzern und Politikern im französischen Elsass nahe ihrer südbadischen Heimat und ermunterte die Jungwinzerinnen und Jungwinzer, sich international zu vernetzen.

Kovac schlug den Besuchern, von denen einzelne bereits ein Weingut bewirtschaften, ein weiteres gemeinsames Treffen vor, diesmal aber an deren Wirkungsort: im Weinberg. „Ich stehe hinter der Landwirtschaft, denn sie ist ein wichtiges Standbein unseres Landes und das Rückgrat des ländlichen Raumes. Der Weinbau prägt ganz besondere Kulturlandschaften und liegt mir besonders am Herzen“, bekräftigte Kovac.

Der Besuch im Deutschen Bundestag fand im Rahmen des Bundesarbeitskreises Deutsche JungwinzerInnen vom Bund der Deutschen Landjugend (BDL) statt. Der Bundesarbeitskreis macht sich stark für die fachliche Fort- und Weiterbildung des Nachwuchses, einen marktorientierten und unternehmerischen Weinbau, einheitliche Rahmenbedingungen des Weinanbaus in Europa, weniger Bürokratie im Weinbau und die Erweiterung persönlicher Kompetenzen. Die JungwinzerInnen in diesem Arbeitskreis kommen aus den verschiedenen Weinanbaugebieten Deutschlands.