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20.04.2017, 11:47 Uhr
Wein, Wagyu und Kirschblüten
Kordula Kovac und Peter Bleser besuchen Japan
Peter Bleser (CDU), parlamentarischer Staatssekretär im BMEL, die Deutsche Weinkönigin Lena Endesfelder und Kordula Kovac MdB auf der "Wine & Gourmet" in Tokio

Vom 13. bis 15. April hat die südbadische CDU- Bundestagsabgeordnete Kordula Kovac Japan besucht. Geleitet wurde die Delegationsreise von Peter Bleser (CDU), parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Anlass der Reise war die diesjährige internationale Lebensmittelmesse Wine & Gourmet in Tokio, die als eine der wichtigsten Messen für Wein und Spirituosen gilt.

Als weinbaupolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion wirbt Kovac intensiv für deutschen Wein – auch im Ausland. „Trotz seiner herausragenden Qualität wird Wein aus Deutschland in Japan wenig ausgeschenkt. Hauptsächlich importieren die Japaner Weine aus Neuseeland, Australien oder Chile – nur rund zwei Prozent stammen aus Deutschland. Das Angebot an deutschem Wein in japanischen Lebensmittelläden macht mich wirklich betroffen. Ich will die Japaner gerne von unserem deutschen Qualitätsprodukt überzeugen“, so Kovac.

Gelegenheit dazu gab es auf der Wine & Gourmet, wo die Delegation den deutschen Firmengemeinschaftstand besuchte und dort auch auf die Deutsche Weinkönigin Lena Endesfelder traf. Sie schenkte deutschen Wein aus, der bei dem japanischen Publikum großen Anklang fand.

Kovac zeigte sich bestürzt über die Entwicklung, die der deutsche Wein in Japan nahm. Gehörten deutsche Produkte in den 1980er Jahren noch zu den beliebtesten Importweinen japanischer Verbraucher, so wurde ihre Position in den 1990er durch verstärkten Rotweinkonsum stark geschwächt. Nach der Jahrtausendwende ging der Import deutschen Weins noch weiter zurück, heute liegt er bei knapp zwei Prozent.

Im Verlauf der Reise zeugten die sehr guten bilateralen Gespräche mit Vertretern der deutschen Wirtschaft und japanischen Politikern von der langjährigen guten Partnerschaft zwischen Deutschland und Japan. Bei einem gelungenen Abendessen mit einer von der Deutschen Weinkönigin durchgeführten Weinprobe konnte der beiderseitige Wille gestärkt werden, diese guten Beziehungen weiter auszubauen. „Die gute Verbindung zwischen unseren Ländern zeigt sich nicht nur auf wirtschaftlichem und politischem Parkett, auch japanisches Essen harmoniert fantastisch mit deutschem Wein“, freute sich Kovac. „Wir müssen uns mit der deutschen Weinwirtschaft zusammensetzen und das Marktpotenzial des deutschen Weines in Japan thematisieren. Da ist Luft nach oben“, so Kovac weiter.

Sowohl Kovac als auch Bleser gehören dem Parlamentarischen Weinforum an, einem fraktionsübergreifenden Zusammenschluss von Abgeordneten des Deutschen Bundestages. Ziel des Parlamentarischen Weinforums ist es, den Bekanntheitsgrad des deutschen Weins im Bundestag, in den Ministerien, in Botschaften und anderen Institutionen zu erhöhen.

Bei einem Treffen mit Vertretern der Agrarverwaltung der Präfektur Tochigi wurde deutlich, dass Japan und Deutschland vor ähnlichen Entwicklungen des ländlichen Raums stehen. Die fortschreitende Digitalisierung bietet beiden Ländern Chancen. „Wir können voneinander lernen, Potenziale der Digitalisierung in der Landwirtschaft und des ländlichen Raumes optimal zu nutzen“, sagte Kovac.

Kovac, die sich in ihrer südbadischen Heimat gern für den Kauf von regionalen Produkten stark macht, beobachtete, dass gute Lebensmittel in Japan eine hohe Wertschätzung genießen. „Es gibt viele Restaurants, die sich der Regionalität verschrieben haben. Vielerorts habe ich offensive Werbung für regionale Produkte gesehen. In den Läden werden die Lebensmittel mit größter Sorgfalt präsentiert. Für diese hochwertigen Produkte sind die Japaner auch bereit, mehr Geld zu bezahlen. Das hat mich sehr beeindruckt“, sagte Kovac.

Eines dieser ausgesprochen hochwertigen und heiß begehrten Lebensmittel ist das Fleisch vom Wagyu. Wagyu heißt übersetzt ‚japanisches Rind‘. Das Fleisch dieser Rasse gilt als Delikatesse – und als eines der
teuersten und exklusivsten Nahrungsmittel der Welt. „Bei unserem Besuch auf einem Wagyu-Hof wurde deutlich, dass die Qualität des Fleisches bei der Haltung der Tiere beginnt“, sagte Kovac. Für die Milchproduktion werden auf dem Hof in der Präfektur Tochigi auch Holsteiner-Kühe gehalten. „Für mich war es sehr interessant zu erfahren, dass die japanische Landwirtschaft den Bedarf an Milch für die rund 127 Millionen Japaner nicht decken kann“, sagte Kovac.