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05.05.2017, 10:50 Uhr
Welthebammentag: „Endlich Taten statt Worte“
Kovac setzt sich für regionale Lösungen der Sicherstellung von Hebammenhilfe im ländlichen Raum ein
©Kordula Kovac MdB

Der erste Mensch, den wir sehen, der uns hält: die Hebamme. Kaum ein Kind in Deutschland kommt ohne eine Hebamme auf die Welt. Doch nicht erst mit der Geburt beginnt die Betreuung von Mutter und Kind durch die Hebamme. Auch während der Schwangerschaft und weit über das Wochenbett hinaus, ist die Hebamme Ansprechpartner Nummer Eins für werdende Mütter und junge Familien.

Die Versorgung mit Hebammenhilfe gerade im ländlichen Raum wird allerdings immer schwieriger. Grund hierfür sind die stark veränderten Rahmenbedingungen für die Arbeit der Hebammen und Geburtshelfer. Vor allem die Schließung von Geburtsstationen in kleineren, ländlichen Krankenhäusern, die geringe Vergütung der Hebammen, die immer weiter steigenden Haftpflichtprämien und der Nachwuchskräftemangel haben maßgeblich zu dieser Situation beigetragen.

„Babys richten sich nicht nach der Entfernung zum nächsten Kreissaal oder dem Terminkalender der Hebamme. Wenn aber von Anfang an alles gut läuft, ist dies ein guter Start ins Leben“, sagt Kordula Kovac, CDU-Bundestagsabgeordnete für Südbaden.

Die zweifache Mutter setzt sich daher seit langem für die flächendeckende Versorgung mit Hebammenhilfe ein.

Umso irritierter zeigte sich die Bundestagsbgeordnete über die Aussagen ihrer grünen Kollegin Kerstin Andreae anlässlich des Welthebammentags. „Frau Andreae fordert den Bund zum Handeln auf. Dabei verkennt sie aber, dass die vielen kleinen Erfolgsgeschichten der verbesserten Hebammenhilfe vor allem eins sind: innovativ und regional. Die Geburtshilfe zu stärken ist wichtig und richtig. Aber mit einer bundesweiten Blaupause garantieren wir nicht, dass das Problem vor Ort tatsächlich gelöst wird.“

Anfang des Jahres hat Kovac deshalb die Gründung des Vereins Netzwerk für Familien und Hebammen Ortenau initiiert. Ziel des Vereins ist es, die Versorgung mit Hebammenhilfe im ländlich geprägten Ortenaukreis zu verbessern.

„In dem Verein sind alle Seiten vertreten: Eltern, Hebammen, Politiker, Krankenhäuser“, so Kovac. „So können wir gewährleisten, dass Lösungen nicht am eigentlichen Problem vorbeigehen. Erster Schritt ist eine umfassende Datenerhebung zur derzeitig gewährleisteten Ist-Situation.“      

Die Bundestagsabgeordnete hatte bereits 2016 versucht, umfassende Daten abzufragen und musste feststellen, dass weder den zuständigen Bundesministerien noch den Landesministerien entsprechende Zahlen vorlagen.   

1990 wurde der 5. Mai als Internationalen Hebammentag ausgerufen. Mit diesem Aktionstag soll auf die unzureichende Versorgung mit Hebammenhilfe weltweit aufmerksam gemacht werden.