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07.10.2014, 15:22 Uhr
Fachgespräch in Oberkirch
Tagung zur "Kirschessigfliege" am 02.10.2014

 

Kirschessigfliege - nicht nur in Baden eine Bedrohung für Obst- und Weinanbau

Während ihrer Sommertour 2014 erfuhr die südbadische Bundestagsabgeordnete Kordula Kovac aus erster Hand von den Sorgen und Nöten der Winzer und Obstbauern über die rasche und im Vergleich zu 2013 rasant gestiegene Ausbreitung der aus Asien über Südamerika eingewanderten Kirschessigfliege (Drosophila suzukii). Die Abgeordnete, weinbaupolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, war alarmiert durch die Sorgen der Winzer und Obstbauern und informierte den zuständigen Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Christian Schmidt.

Am 02.10.2014 arrangierte Kordula Kovac MdB nun im südbadischen Oberkirch ein Expertengespräch mit Ministerialdirektor Clemens Neumann (Abteilungsleiter des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft), weiteren Fachleuten des Ministeriums, von Instituten, Genossenschaften und Verbänden sowie betroffenen badischen Landwirten. Die Zusammenkunft fand im Obstgroßmarkt Mittelbaden e. G. in Oberkirch statt, wo die Gäste von dem Vorstandsvorsitzenden des Obstgroßmarktes Wendelin Obrecht und Geschäftsführer Michael Großmann empfangen und von Kordula Kovac begrüßt wurden.

Zur Einführung in die Diskussion wurde die aktuelle Problematik mit der Kirschessigfliege präsentiert. Die Pflanzenschutzberater Markus Litterst vom Obstgroßmarkt und Hans-Dieter Beuschlein vom Landratsamt Offenburg berichteten über die Befallsentwicklung von Obstanlagen im Einzugsbereich des mittelbadischen Obstgroßmarktes, einer Erzeugergenossenschaft mit 3460 Produzenten. Besorgniserregend waren hierbei vor allem die Ausführungen über die Bekämpfungsversuche und die Umsatzeinbussen, die sich allein im Bereich der Genossenschaftsmitglieder auf rund  3 Millionen €  bei Beeren- und Steinobst belaufen.

In der anschließenden Expertendiskussion wurden die Forschungsbestrebungen zu allen Arten der Schädlingsbekämpfung, zu Zulassungsverfahren und -möglichkeiten von Pflanzenschutzwirkstoffen, Wartezeiten beim Einsatz der Schädlingsbekämpfungsmittel, Aufklärungsstrategien sowie Erfahrungen von Obst- und Weinbauern lebhaft erörtert.

In einem Pressegespräch präsentierten Bundestagsabgeordnete Kordula Kovac, Ministerialdirektor Clemens Neumann, Institutsleiter des Julius-Kühn-Instituts Professor Dr. Wilhelm Jelkmann, Vorstandsvorsitzender des Obstgroßmarktes Wendelin Obrecht und Oberkirchs Bürgermeister Christoph Lipps die Ergebnisse der Expertengesprächsrunde. Die Situation sei schwierig, so Neumann. Erforderlich seien schnelle Lösungen vor Ort, aber bis es ein spezielles Pflanzenschutzmittel gegen die Kirschessigfliege gebe, werde es dauern. Sorgfalt ist angesagt, denn man müsse  auch die Auswirkungen auf andere Insekten, z.B. Bienen, einbeziehen. 

Die Diskussion um die aktuelle Situation der Kirschessigfliege wurde  im Anschluss mit der Besichtigung einer Himbeerplantage vor Ort fortgesetzt. Hier konnten sich die Tagungsteilnehmer persönlich ein Bild von den Schäden durch den Schädlingsbefall machen. Um sich auch den Ernteschaden in einem Weinberg anzuschauen, wurde im nahe gelegenen Durbach eine befallene Rebanlage besichtigt. 

Badens Weinbaupräsident Kilian Schneider war ebenso wie Dr. Rolf Steiner, Leiter des renommierten Freiburger Weinbauinstituts  zu dieser Vor-Ort-Besichtigung nach Durbach gekommen.

Kordula Kovac erfuhr im Laufe des Tages von den Teilnehmern großes Lob für ihr zeitnahes Engagement. Inzwischen hat der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Christian Schmidt, einen runden Tisch zum Thema Kirschessigfliege in Berlin einberufen, wie Ministerialdirektor Clemens Neumann verkündete. Die Bedrohung des Schädlings geht inzwischen weit über Baden hinaus und mit Sorge schaue man auf eine mögliche weitere Ausbreitung im kommenden Jahr.

„In Anbetracht des großflächigen Schädlingsbefalls und der negativen Auswirkungen der Kirschessigfliege auf Ernte und Umsatz im Obst- und Weinbaubereich ist schnelles Handeln gefragt. Umso mehr freut mich, die große Beteiligung an dieser Expertenrunde. Besonders hervorheben möchte ich in diesem Zusammenhang, die schnelle und flexible Arbeit des Hauses von Christian Schmidt. Ich bin mir sicher, dass wir gemeinsam mit den Experten Lösungen erarbeiten können, um zeitnah die Problematik der Kirschessigfliege anzugehen“, so Kovac.