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Neuigkeiten
16.09.2015, 10:16 Uhr
Der Wolf in Baden-Württemberg
Bonde antwortet auf Kovacs offene Fragen 
Foto: Bernard Landgraf https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Canis_lupus.jpg#/

Seit geraumer Zeit beschäftigt die Rückkehr des Wolfes Nutztierhalter in der Region. Offiziell ist Baden-Württemberg sogenanntes ‚Wolfserwartungsland‘, d.h. es gilt als sicher, dass sich der Wolf irgendwann dauerhaft wieder ansiedeln wird. Dennoch begegnen viele dieser Rückkehr mit Skepsis und Sorge.

Zwar steht der Wolf unter Naturschutz, doch Besonderheiten der Landschaft erschweren vorgeschlagene Schutzmaßnahmen gegen den Wolf wie bspw. Herdenschutzhunde oder Umzäunungen.

Immer wieder kam in verschiedensten Gesprächen zu Tage, dass es auf viele offene Fragen noch keine Antwort gibt. Besonders die Beweislast und der genaue Umfang des Entschädigungsfonds brannten den Betroffenen unter den Nägeln. Aus diesem Grund wandte sich Kordula Kovac, die CDU-Bundestagsabgeordnete für Südbaden, an Ministerpräsident Winfried Kretschmann mit der Bitte diese Fragen zu klären.

Vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) wurde jetzt bestätigt, dass das Volumen des von den Mitgliedern der Trägergemeinschaft ausgestatteten Ausgleichsfonds insgesamt 10.000 Euro pro Jahr umfasst. Beim Auftreten von Schäden und entsprechenden Zahlungen der Trägergemeinschaft refinanziert das Land im Umfang von 70 Prozent. Laut Aussagen des MLR, wird gemäß der Vereinbarung nach dem erstmaligen Auftreten eines Wolfes bei Lahr der Fond derzeit gefüllt, sei aber bereits jetzt schon einsatzbereit.

Allerdings schränkte das Ministerium den Umfang der Schäden, für die gehaftet wird, ein. Ausgleichzahlungen werden nur geleistet, wenn Tiere der Nutztierarten Schafe, Ziegen, Gehegewild (soweit es sich um Nutztiere handelt), Rinder, Pferde, Esel, Maultiere, Maulesel und Gebrauchshunde durch einen Wolfsangriff getötet oder so schwer verletzt werden, dass eine sofortige Tötung erforderlich ist. Mittelbare Schäden, wie z.B. Schäden durch Panik, sind im Rahmen dieses Fonds nicht ausgleichsfähig.

Bezüglich der Beweislast strich das MLR heraus, dass es in der Tat in der Verantwortung der Nutztierhalter liege, der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) durch Wölfe verursachte Schäden über die zugehörigen Vordrucke zu melden. Der Nutztierhalter hat zudem unter Verwendung des Vordrucks „Ausgleichzahlung Wolf“ umfassend über das Schadensereignis Auskunft zu geben. Auf diesem Vordruck würde dann auch durch das FVA nach einer vor-Ort-Begutachtung bestätigt werden, falls der Schaden durch einen Wolf verursacht worden ist. Beim Verwalter des Ausgleichfonds, derzeit der NABU, kann der Nutztierhalter für die Unkosten dieser Schadensmeldung Ausgleichzahlungen beantragen. Für Begutachtungen die vom Nutztierhalter außerhalb des Monitorings veranlasst wurden, hat der Nutztierhalter die Kosten selbst zu tragen.

Darüber hinaus stellte das MLR Projekte vor, mit denen das Land Baden-Württemberg Maßnahmen prüft, damit Wölfe und Nutztierhalter nebeneinander existieren können. Das MLR betonte, dass hierbei auch die Landschaftspflege im Blick behalten werden würde. Für die kommenden zwei Jahre hat das MLR bspw. 200.000 Euro für ein Projekt bereitgestellt, mit dem Maßnahmen zum Herdenschutz auf ihre Anwendbarkeit in Baden-Württemberg überprüft und Handlungsempfehlungen für die Praxis entwickelt werden. Ebenso könnten Nutztierhalter in bestimmten Gebieten über die Landschaftspflegerichtlinie zur Einrichtung von Schutzmaßnahmen (insbesondere geeigneter Zaunsysteme) Förderungen erhalten.

Kovac zeigte sich über das Antwortschreiben wenig beruhigt. „Die vom MLR aufgezählten Maßnahmen erscheinen mir den Befürchtungen der Nutztierhalter nicht gebührend Rechnung zu tragen. Ich selbst habe immer noch große Sorgen, dass unter diesen Umständen die Offenhaltung der Landschaft durch die Landwirte nicht gewährleistet werden kann.“